Besenreiser: Das Anfangsstadium einer ernsthaften Erkrankung?

Redaktion, 07. Februar 2025

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Sind Besenreiser die Vorboten für Schlimmeres?

Besonders bei Erwachsenen lassen sich im Laufe des Lebens häufig kleine, blaue Äderchen auf der Haut entdecken. Diese sogenannten Besenreiser zeichnen sich meist an den Beinen ab und sind ungern gesehen. Doch besteht mit ihnen, abgesehen vom optischen Ärgernis, ein noch größeres Problem, das auch gesundheitliche Bedenken auslöst? Was die Mini-Krampfadern zu bedeuten haben und wie man seinen Körper davor bewahren kann, zeigen wir in diesem Artikel.

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Je älter wir werden, desto vielfältiger werden unsere Hautprobleme. Neben Orangenhaut kann es auch zu sichtbaren Adern kommen. Diese nennen sich Besenreiser. Um die sichtbaren Adern loszuwerden, haben sich viele tausend Frauen einer risikoreichen Laserbehandlung unterzogen. Umso besser, dass Forscher nun eine risikolose Methode für Zuhause entdeckt haben.

Was sind Besenreiser und welche Ursachen haben sie?

Sie schlängeln sich über die Haut an den Oberschenkeln oder Waden, aber auch an den Beinen oder auf dem Bauch tauchen sie auf: Feine Adern, die in netzartigen Verästelungen auf der Hautoberfläche sichtbar werden. Besenreiser sind eine häufige und gleichzeitig harmlose Hautveränderung. Genau genommen handelt es sich dabei um erweiterte Venen, bei denen es zu einem Blutstau gekommen ist. Das Blut kann auf dem eigentlichen Weg zum Herzen nicht ungehindert durchfließen und wird so an der Hautoberfläche in blau oder rot sichtbar.

Das Erscheinungsbild von Besenreisern kommt bei Männern und Frauen etwa gleich häufig vor, wobei etwa 50-60% der erwachsenen Bevölkerung von den sichtbaren Adern betroffen sind. Die Entstehung von Besenreiser liegt sehr wahrscheinlich mit der genetischen Veranlagung zusammen. Sie werden allem Anschein nach vererbt und treten gehäuft im fortschreitenden Alter auf. Mit der Zeit verlieren die Hautvenen an Elastizität, was das Aufkommen begünstigt. Folgende Faktoren tragen zur Entstehung der Besenreiser bei oder können diese verschlimmern:


  • Übergewicht

  • Hormonelle Veränderungen (Schwangerschaften, Wechseljahre, Anti-Baby-Pille, ...)

  • Mangelnde Bewegung (langes Stehen oder Sitzen bspw. im Beruf)

  • Spezielle Medikamente (gegen Bluthochdruck)

Welche gesundheitlichen Folgen können Besenreiser verursachen?

Besenreiser gelten an sich als harmlos und stellen eher ein kosmetisches als ein gesundheitliches Problem dar. Dieses kosmetische Problem kann jedoch das Selbstbewusstsein der Betroffenen angreifen und sich somit auf die Psyche auswirken. Viele fühlen sich unwohl in ihrer Haut mit Besenreisern auf den Beinen. Sie können jedoch auch Anzeichen für eine tieferliegende Venenerkrankung sein. 

Krampfadern

In der Medizin gelten Besenreiser als eine frühe Form von Krampfadern. Die beiden Hautveränderungen unterscheiden sich jedoch deutlich und müssen auch jeweils anders behandelt werden. Während es sich bei Besenreisern um dünne, feine Linien auf der Haut handelt, die selten Beschwerden wie Juckreiz oder Schmerzen auslösen, sind Krampfadern hingegen deutlich auffälliger. Hierbei entstehen dicke Verknotungen, die sich deutlich von der Hautoberfläche abheben und häufiger auch Schmerzen verursachen können.

Venenschwäche

Eine venöse Insuffizienz beschreibt eine Störung in den Venen, die verhindert, dass das Blut ungestört zurück zum Herzen gepumpt werden kann. Die Venenklappen funktionieren in diesem Fall nicht mehr richtig, sodass sich ein Blutstau bildet - meist in den Beinen oder Füßen. Im Zuge dessen entstehen Besenreiser und Krampfadern.

Wurde eine solche Venenschwäche festgestellt, lässt sich das in der Regel nicht mehr rückgängig machen, was sie zu einer chronisch-venösen Insuffizienz macht. In den frühen Stadien treten Symptome wie Besenreiser, leichte Krampfadern und reversible Schwellungen auf. Fortgeschrittene Stadien sind durch Hautveränderungen, Ekzeme, Verhärtungen und offene Geschwüre (Ulcus cruris) gekennzeichnet. Ohne rechtzeitige Behandlung kann die CVI zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen, einschließlich starker Schmerzen und eingeschränkter Mobilität. Eine frühzeitige Diagnose und Therapie sind daher entscheidend, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten.

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Besenreiser mit Anfang 20 - was tun?

Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, Besenreiser zu entwickeln, da die Elastizität der Venenwände nachlässt und die Venenklappen ihre Funktion verlieren. Doch auch junge Erwachsene in ihren frühen Zwanzigern können betroffen sein. Solange sich die sichtbaren Adern im Anfangsstadium befinden, lässt sich mit verschiedenen Maßnahmen dagegen vorgehen.

 Besenreiser vorbeugen

Auch wenn Besenreiser zum großen Teil erblich bedingt sind, lassen sich die Ausbreitung und Verschlimmerung der optischen Makel oft eindämmen. Zusätzlich zu den folgenden Maßnahmen hilft die richtige Hautpflege, die die Haut mit wichtigen Nährstoffen versorgt und sie gleichzeitig sanft pflegt. Um die Haut bei Besenreisern zu unterstützen, eignen sich pflanzliche Salbe, wie beispielsweise die Algensalbe.

Regelmäßige Bewegung: Körperliche Aktivität fördert die Blutzirkulation und stärkt die Venenwände. Sportarten wie Radfahren, Schwimmen oder zügiges Gehen sind besonders vorteilhaft. Bereits tägliche Spaziergänge können die Durchblutung verbessern und das Risiko der Bildung von Besenreisern reduzieren.


Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die Gefäßgesundheit. Lebensmittel, die reich an Antioxidantien, Vitamin C und A sind, stärken das Bindegewebe und die Venenwände. Daher ist es empfehlenswert, Obst, Gemüse und Vollkornprodukte in die tägliche Ernährung einzubeziehen und den Konsum von gesättigten Fetten sowie Zucker zu begrenzen.


Vermeidung von langem Sitzen oder Stehen: Langes Sitzen oder Stehen kann den Blutfluss beeinträchtigen und die Entstehung von Besenreisern begünstigen. Es ist ratsam, regelmäßig aufzustehen, sich zu dehnen oder kurze Spaziergänge zu machen, um die Blutzirkulation zu fördern. Bei sitzender Tätigkeit sollte darauf geachtet werden, die Beine nicht zu überschlagen und die Füße flach auf dem Boden zu platzieren. Immer mal wieder die Beine hochzulagern hilft vielen Betroffenen, den Blutfluss wieder ordentlich in Gang zu setzen.

Besenreiser entfernen 

Für einige stellen Besenreiser ein zu großes kosmetisches Problem dar, als dass sie sich mit ihnen anfreunden können. Wenn es auch für vorbeugende Maßnahmen zu spät ist, kann man Besenreiser auch professionell entfernen lassen. Ein solcher Eingriff wird jedoch in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen und sollte nicht leichtfertig entschieden werden. Sollte man sich dennoch dafür entscheiden, stehen folgende Methoden zur Auswahl:

Sklerotherapie: Bei der Sklerotherapie wird ein spezielles Verödungsmittel direkt in die betroffenen Venen injiziert. Dieses Mittel bewirkt, dass die Venenwände verkleben und die Vene schließlich vom Körper abgebaut wird. Die Behandlung ist in der Regel schmerzarm und erfordert keine Narkose. Nach der Behandlung wird oft das Tragen von Kompressionsstrümpfen empfohlen, um den Heilungsprozess zu unterstützen.

Eine spezielle Form dieser Methode ist die Mikrosklerotherapie, bei der besonders feine Nadeln und ein spezielles Sklerosierungsmittel verwendet werden. Diese Methode eignet sich besonders für sehr kleine Besenreiser und kann auch bei empfindlicher Haut angewendet werden.


Laserbehandlung: Die Laserbehandlung nutzt gebündeltes Licht, um die erweiterten Venen zu veröden. Dabei wird die Energie des Lasers in Wärme umgewandelt, die die Venenwände schädigt und zum Schrumpfen der Vene führt. Diese Methode ist ebenfalls besonders für kleinere Besenreiser geeignet und erfordert in der Regel keine Narkose. Nach der Behandlung können leichte Rötungen oder Schwellungen auftreten, die jedoch meist schnell abklingen.

Wann sollte man bei Besenreisern zum Arzt gehen?

Die meisten Menschen werden gesundheitlich nicht von Besenreisern beeinflusst. Meist erscheinen sie ohne zusätzliche Symptome. Doch was, wenn Besenreisern weh tun, oder andere Symptome mit sich bringen? Können Besenreiser gefährlich für die Betroffenen werden?

Wenn Sie neben den sichtbaren Äderchen Symptome wie Schwellungen, Spannungsgefühle oder Schmerzen in den Beinen bemerken, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Auch bei einer familiären Veranlagung zu Venenerkrankungen oder Krampfadern sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen. Ein Venenspezialist (Phlebologe) kann die tieferliegenden Venen untersuchen und feststellen, ob eine ernsthafte Venenschwäche vorliegt. Es ist wichtig zu beachten, dass Besenreiser manchmal eine Vorstufe zu Krampfadern sein können und eine allgemeine Venenschwäche anzeigen. Daher ist es bei entsprechenden Symptomen oder Risikofaktoren sinnvoll, frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen, um mögliche Komplikationen zu vermeiden.

Fazit

Besenreiser sind bei Weitem nichts Außergewöhnliches und betreffen früher oder später mehr als jeden zweiten Menschen. Glücklicherweise erweisen sie sich in den meisten Fällen als harmlos. Sie sind dennoch Vorbote dafür, dass etwas mit den Venen in der Haut nicht mehr ganz in Ordnung ist. In welchem Ausmaß diese Venenschwäche vorliegt, lässt sich nur durch einen Spezialisten feststellen. Ein Arztbesuch ist jedoch nur notwendig, wenn die Besenreiser Schmerzen, Juckreiz oder andere Beschwerden verursachen. Wer die optischen Makel so lange wie möglich vermeiden möchte, sollte sich darum kümmern, genug Bewegung und eine anständige Hautpflege in seinen Alltag zu integrieren. 

QUELLEN

  • B. Santler, T. Goerge: Die chronische venöse Insuffizienz – Eine Zusammenfassung der Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie;  09. Mai 2017 https://doi.org/10.1111/ddg.13242_g
  • https://www.msdmanuals.com/de/profi/herz-kreislauf-krankheiten/periphere-venenerkrankungen/chronisch-ven%C3%B6se-insuffizienz-und-postthrombotisches-syndrom
  • Deutsche Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie: https://www.phlebology.de/patienten/venenkrankheiten/besenreiser/
      Autor Simon Engelhardt

      Simon Engelhardt

      Als leidenschaftlicher Sportler setzt sich Simon hauptsächlich mit den Themen Gesundheit, Ernährung und Fitness auseinander. Über die Arbeit und das Privatleben baute er sich eine Expertise zu diesen Themenbereichen auf. In Form von Blogbeiträgen teilt er seine Erfahrungen und sein Wissen, das er über viele Jahre aufgebaut hat. Er ist hauptsächlich für das Schreiben gut recherchierter Blogartikel zuständig, was durch die Erstellung von Content in den sozialen Medien ergänzt wird. Die Beiträge basieren dabei immer auf der aktuellen Forschungslage und werden regelmäßig aktualisiert.